Regierungslehre und Policy-Forschung (entpflichtet)

Hans-Hermann Hartwich (1928 als Sohn des Pfarrers Hermann Schulz in Warnkenhagen, Mecklenburg geboren) ist ein deutscher Politikwissenschaftler und Universitätsprofessor. Er wurde1995 als Lehrstuhlinhaber entpflichtet. Bis 1998 blieb er mit eingeschränkter Lehrtätigkeit Vorsitzender des Prüfungsausschusses für Diplompolitologen am Hamburger Institut.

Hans-Hermann Hartwich studierte nach dreijähriger Gefangenschaft im NKWD-Sonderlager IX (keine Anklage, kein Urteil) Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität Berlin. Er wurde 1959 von der dortigen Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät zum Dr. rer. pol. promoviert.

Seit 1960 wurde am Otto-Suhr-Institut der FU zum Leiter des neu einrichteten Referats für politische Bildungsarbeit berufen. Für die Sozialkundelehrerausbildung publizierte er als Herausgeber und Autor (mit Grosser/Horn/Scheffler) das Buch "Politik im 20. Jahrhundert (10 Auflagen). Seit 1966 war er bis 2006 Mitherausgeber der Zeitschrift "Gegenwartskunde", später "Gesellschaft - Wirtschaft - Politik. Sozialwissenschaften für politische Bildung."

1970 habilitierte er an der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät und erhielt die Venia Legendi für das Fach Politikwissenschaft. In der Folge erhielt er Rufe auf Lehrstühle an drei deutsche Universitäten: 1971 in Berlin auf den Lehrstuhl Interessenverbände; 1972 von der Universität Bremen (nicht angenommen). Zum 01.04.1973 nahm er den Ruf auf den dritten neu eingerichteten Lehrstuhl für Politikwissenschaft an der Universität Hamburg an.

1982 bis 1988 war Hans-Hermann Hartwich Vorsitzender der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft, 1988/89 Gründungspräsident des Instituts Arbeit und Technik in Nordrhein-Westfalen. Zeitgleich war er Vorsitzender der überregionalen Studienreformkommission "Soziologie und Politikwissenschaft" bei der Kultusministerkonferenz.

Nach der deutschen Vereinigung stellte der Hamburger Senat ihn frei für die Übernahme des Gründungsdekanats "Philosophie und Sozialwissenschaften" an der Martin-Luther-Universität Halle an der Saale. Dort wurde er für 1992-94 zum Prorektor gewählt.

1998 wurde Hartwich die Ehrendoktorwürde von der Philosophischen Fakultät der Martin-Luther-Universität verliehen.

Literatur:
Göttrik Wewer (2014): Hans Hermann Hartwich, in: Eckhard Jesse/Sebastian Liebold (Hrsg.): Deutsche Politikwissenschaftler - Werke und Wirkung.

Wichtigste Bücher

  • Politik im 20. Jahrhundert (1964)
  • Arbeitsmarkt, Verbände und Staat 1918-1933 (1967)
  • Sozialstaatspostulat und gesellschaftlicher Status quo (1970)
  • Die Europäisierung des deutschen Wirtschaftssystems. Fundamente, Realitäten, Perspektiven (1998)